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EU AI Act: Neue KI-Kennzeichnungspflichten ab dem 2. August 2026 – Was Unternehmen jetzt tun müssen

EU AI Act: Neue KI-Kennzeichnungspflichten
ab dem 2. August 2026

Der Countdown läuft: Am 2. August 2026 wird Artikel 50 der KI-Verordnung (EU AI Act)

unmittelbar anwendbar. Wer KI-generierte Inhalte veröffentlicht oder KI-Systeme im

Unternehmen einsetzt, muss ab diesem Stichtag strenge Transparenz- und Kennzeichnungspflichten erfüllen. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder von

bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.


Für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Agenturen und Verlage bedeutet das: KI-Compliance wird zu einer operativen Aufgabe, die bereits bei der Content Erstellung berücksichtigt werden muss.


Vier Pflichten im neuen EU AI Act, die Sie kennen müssen


Artikel 50 des EU AI Acts regelt die Transparenzpflichten in vier Absätzen, die unterschiedliche Adressaten haben. Während sich Absatz 2 an die Entwickler von KI-Systemen (wie OpenAI oder Midjourney) richtet, ist Absatz 4 für die meisten Unternehmen entscheidend.


Er verpflichtet Betreiber (also Unternehmen, die KI beruflich nutzen) zur sichtbaren

Kennzeichnung in zwei zentralen Fällen:


  1. Deepfakes: KI-generierte Bild-, Audio- oder Videoinhalte.

  2. Texte im öffentlichen Interesse: KI-generierte Texte, die die Öffentlichkeit informieren sollen.


Deepfakes: Bilder und Videos müssen gekennzeichnet werden


Bei KI-generierten oder manipulierten Bildern, Audios und Videos, die realen Personen, Orten oder Ereignissen ähneln (sogenannte Deepfakes), greift die Offenlegungspflicht ausnahmslos.


"Ein realistisches KI-Bild bleibt kennzeichnungspflichtig, auch wenn das Marketing-Team es dreimal freigegeben hat."

Die Kennzeichnung muss für Menschen klar und unterscheidbar sein. Versteckte Metadaten oder HTML-Tags genügen nicht. Die EU-Kommission empfiehlt ein einheitliches, kontrastreiches "AI"-Icon oder den Klartext-Hinweis "Mit KI generiert" direkt am Bild oder im Video.


Nicht erfasst sind offensichtlich stilisierte Grafiken, abstrakte Illustrationen oder rein technische Audio-Bearbeitungen wie Rauschunterdrückung.


Die rettende Ausnahme für Texte


Für KI-generierte Texte sieht das Gesetz eine wichtige redaktionelle Ausnahme vor. Die Kennzeichnungspflicht entfällt, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:


Für KI-generierte Texte sieht das Gesetz eine wichtige redaktionelle Ausnahme vor. Beide Szenarios.

Wer also ChatGPT für einen Blogbeitrag nutzt, den Text danach fachlich prüft, umschreibt und offiziell freigibt, muss ihn nicht zwingend als KI-generiert kennzeichnen.


Was Unternehmen bis August 2026 tun sollten


Die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht lässt sich nicht mit einem einfachen Disclaimer am Ende einer Website lösen. Es handelt sich um eine tiefgreifende Workflow-Anpassung. Unternehmen sollten jetzt folgende Schritte einleiten:


  1. KI-Inventar erstellen: Dokumentieren Sie, welche KI-Systeme in Ihrem Unternehmen für Texte, Bilder, Übersetzungen oder Chatbots im Einsatz sind.

  2. Redaktionsworkflows anpassen: Stellen Sie sicher, dass bei KI-Texten eine echte inhaltliche Kontrolle stattfindet und dokumentiert wird, wer die Verantwortung trägt.

  3. Verträge aktualisieren: Regeln Sie in Verträgen mit Freelancern und Agenturen klar, wer für die Kennzeichnung von KI-Inhalten verantwortlich ist.

  4. CMS-Infrastruktur vorbereiten: Schaffen Sie technische Möglichkeiten in Ihrem Content-Management-System, um KI-Bilder und Videos standardisiert und rechtssicher zu kennzeichnen.


Der Stichtag 2. August 2026 wurde im Gegensatz zu anderen Pflichten des AI Acts nicht verschoben. Handeln Sie jetzt, um Bußgelder und Abmahnungen zu vermeiden.


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